Lais.Weis Schule Tag 1

Als ich pünktlich um 8:00 morgens vor den Toren des weißen Schlosses eintreffe, warten bereits 4 Menschen darauf eingelassen zu werden, 3 Erwachsene und ein noch wachsender.

So eben kommt auch Karin eine der Schlüsselfiguren der Lais.Weis Schule, jedoch ohne Schlüssel. Mir wird mitgeteilt dass eine alternative Route ins Innere des Hofes führt. Mir kommt dieser Spaziergang sehr gelegen, da mein Hinterleib nach 3 Stündiger Autofahrt doch noch etwas “versessen” ist. Auf halbem Weg erzählte Karin mir, dass heute Prüfungstag ist und sie mit den Kindern die letzten paar Tage, ausgenommen Sonntag für die heutige Mathematik-Prüfung gelernt haben.

Wie es der Zufall so will (über dessen Existenz sich streiten lässt) ist momentan niemand von den Menschen zugegen, welche sich normalerweise mit Hospitanten (als auch Hospionkeln) herumplagen. Daraufhin schlendere ich etwas ziellos im mit von den  Kindern gemachten Schaubildern beklebten Stiegenhaus hin und her, als plötzlicher ein junger Mann mein Irren bemerkt und mich von meinem tragischem Schicksal der Ziellosigkeit erlöst. Zur Beruhigung wurde mir Kaffee angeboten, sie nannten es “ankommen”. Nach dem ich mich einigermaßen zwischen Tür und Angel erholt hatte, durfte ich dem zuvorkommenden Lernbegleiter als auch fähigen Kaffezubereiter, namens Max, in den Lernraum 1 folgen.

Dort trafen daraufhin auch schon 2 Kinder ein, welche noch für die Prüfung lernen wollten, später kam noch ein drittes dazu. Thema waren unter anderem Winkel, geometrische Formen und Körper, Brüche Gleichungen,etc… Jedes Kind hatte der Schulstufe entsprechende Aufgaben, die es alleine löst.Bei Fragen wendet es sich an ein anderes Kind oder einen Lernbegleiter. Wie der Name schon sagt wird beim lernen nur begleitet. Aufs Erste wirkten sie entspannt auf mich, später merkte ich dass sie doch etwas nervös sind wegen der Prüfung, was sich da und dort durch mangelnde Konzentration bemerkbar machte. Das wiedersprach etwas dem was ich bisher gehört hatte:”die Kinder in Klagenfurt wissen so viel, sie freuen sich auf die Prüfungen wo so wenig gefragt wird”. Tja aber in Klagenfurt sind auch “nur” Menschen und es wird nirgendwo immer alles “perfekt” laufen. Es geht eben nicht immer alles nach Plan und LAIS ist auch, lernen mit dem umzugehen was JETZT gerade da ist. Dieses Lernen wie es heute stattgefunden hat ist nicht “typisch” aber eben genau das, was die Situation gerade gefordert hat.

 

Der Umgang untereinander, zwischen den Kindern als auch den Lernbegleitern ist respektvoll und freundlich. Ich bekam das Gefühl dass jeder genau so sein darf wie er ist und so akzeptiert wird. Und obwohl es einen genauen Tagesablauf gibt, die Kinder Pflichten im Haushalt nach “Spielplan” erledigen, und viel gelernt wird, wirkt alles so “leicht” ich hatte nie das Gefühl dass sich jemand bemühen, gar plagen müsste.

Es herrscht eine “echte Harmonie” keine gekünstelte.

Um 10:45 fuhren dann einige Kinder zur Prüfung, und ich ging mit der Astrid und mit den Mädchen der Kleinkindergruppe in den Wald, wo fast alle ausschwärmten um sich dann in ihrem Geheimversteck zu treffen, bis auf ein Mädchen welches mit mir und Kräuterhexe Astrid eine Waldrunde drehte, das Mädchen durfte den Hund von der Astrid an der Leine führen und sie war sichtlich glücklich über ihre Aufgabe.

 

Von 11:45 bis 12:45 war ich in der Kleinkindergruppe, welche zum Teil Rechenaufgaben löste oder ihre Mappen einsortierten. Es ist doch relativ anstrengend mit so kleinen Kindern, da sie einem am stärksten in seiner Natürlichkeit fordern. Kleinkinder sind meine größte Herrausforderung habe ich wiedereinmal bemerkt. Jedoch sind sie mindestens so liebenswert wie anstrengend 😉

In der Zeit vor und nach dem Essen unterhielt ich mich mit LerngebegleiterInnen und PraktikantInnen über dieses und jenes, der Großteil ist aus Deutschland und möchte später auch dort ein Lais-Projekt in der Heimat auf die Beine stellen. Man kann nur gespannt bleiben was sich da noch tun wird.

Am Nachmittag fuhr die Kleinkindergruppe zum klettern, und die Lernbegleiter hatten Teambesprechung. Somit begab ich mich in die Sonne und schrieb die eine oder andere Zeile die du hier liest. Ich war fast etwas froh dass ich den Nachmittag für mich alleine hatte, da ich noch etwas Kopfweh und Angeschlagenheit vom Vortag mit mir rumschleppe.

Meine wichtigste Erkenntniss von heute in einer Nußschale:

“Eine Lerngruppe braucht einen fixen Lernbegleiter, es hat keinen Sinn verschiedene Lernbegleiter für je 1-2 Tage “einzustellen””

Noch eine ist: “Korrekturlesen ist eine undankbare Arbeit”

Ansonsten bin ich gespannt, was der morgige Tag so bringen wird.

Sayonara, JP

 

 

 


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